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"Achtsamkeit schafft Vertrauen."
Interview mit Michael Diemer, Praxis "mingmen" für Traditionelle Chinesische Medizin zum Thema Schmerztherapie und Faszien.

Herr Diemer, viele Patienten kommen zu Ihnen mit Schmerzen oder anderen Beschwerden, körperlicher oder auch psychischer Art. Mit welcher Behandlungsmethode arbeiten Sie?
Die Schule, auf der meine Behandlungsmethode basiert, ist die Schule der strukturellen Körpertherapie SKT, die den Bewegungsapparat in die Freiheit in der Aufrichtung und Vitalität führt. Ida Rolf ist die Gründerin der strukturellen Integration, die bekannteste Richtung ist das Rolfing.

Ida Rolf kam über Yoga in die Faszienarbeit und hat erforscht, wie sich der Körper in der Schwerkraft verhält. Die Griffe der Behandlungen sind anders als in der Osteopathie und zielen darauf ab, das Faszien- und das Nervensystem zu verbinden. Wir gehen den Fragen nach: wie verschalten wir Stress, wie verschalten wir Schmerz, wie entsteht das? Was löst eine Kaskade in der Stoffwechselproduktion in den Faszien aus?

Welche Patienten kommen zu Ihnen?
Chronifizierte Schmerzpatienten, Menschen mit chronifizierten Erkrankungen generell und Menschen mit stressbedingten Erkrankungsformen. Auch psychosomatische Patienten. Und Menschen, die emotionale und nervensystemische Traumata erlebt haben, die sich dann im Körper festgesetzt haben. Menschen mit Rückenschmerzen und psychisch überlagerten Schmerzsymptomen. Fibromyalgie- sowie Migränepatienten.

Was macht Ihre Behandlung so wirkungsvoll? Worauf legen Sie besonders wert?
Mir ist die Begegnung und Beziehung mit den Patienten sehr wichtig. Die Beziehung zum Patienten ist nachgewiesenermaßen zu 65% ausschlaggebend für den Erfolg einer Behandlung. Achtsamkeit ist mein Hauptwerkzeug, das das entscheidende Vertrauen schafft. Die anderen 35% sind dann die Behandlungstechnik.

Der Blick auf den ganzen Menschen, ihn ganzheitlich zu erfassen, wurde in der Ausbildung zum Strukturellen Körpertherapeut SKT sehr geschult. Eine gute Beziehung schüttet unter anderem das Hormon Oxytocin aus, das Bindungshormon, das zur Stressregulation wichtig ist. Oxytocin ist gerade groß im Gespräch in der Schmerztherapie.

Welche Rolle spielen die Faszien bei Ihrer Behandlung?
Faszien sind zu 100% im Fokus meiner Behandlung. Faszien reagieren auf Empfindungen, emotionaler oder körperlicher Natur, zum Beispiel auf Stress. Vor allem wenn er über längere Zeit anhält, verändert er unsere Körperform, unsere Haltung, unser Erscheinungsbild, unsere Präsenz, unsere Vitalität. Über die körperliche Ebene, über die Faszien, werden andere Ebenen berührt und behandelt.

Die Faszien sind das ausführende Organ unseres menschlichen Gesamtsystems. Ich gehe also über die Körperebene, über die Faszien in dieses System hinein. Schmerzpatienten haben zum Beispiel messbar verdickte Faszien, die in der Behandlung wieder geschmeidig gemacht werden. Ich löse sozusagen die fasziale Belastung und dadurch kann sich der Körper wieder neu ausrichten.

Welchen Tipp haben Sie für Schmerzpatienten parat?
Bewegung ist das A und O. Faszien brauchen Bewegung. Es geht darum, chronifizierte Schmerzpatienten, wieder individuell in ihre Möglichkeiten einer eigenständigen Bewegung zu bringen. Die Faszienrolle ist dabei ein probates Mittel, sanft zu unterstützen. Überhaupt leistet die Individualisierung in der Therapie einen wesentlichen Beitrag zur Heilung.

Wie kann man den Körper noch unterstützen?
  • Wichtig ist die Ernährung. Eine basische Ernährung ist zu empfehlen, denn übersäuertes Gewebe verklebt leicht
  • Genug Wasser im Körper
  • Stress reduzierende Maßnahmen
  • Achtsames Yoga und QiGong
  • Faszientraining
Es hat sich gezeigt, dass der Einsatz biochemischer Substanzen wie Magnesium phosphoricum, Silicea, Kalium und andere den Heilprozess unterstützen.

Können Sie eine Übung für die Faszien empfehlen, die unsere Leser in ihren Alltag einbauen können?
Der untere Rücken ist bei den meisten Menschen ein Thema. Wenn der untere Rücken frei ist, kann sich Bewegung nach oben entfalten. Faszien brauchen Dehnung plus rhythmisierte Bewegung. Ich empfehle folgende Übung: Mit geradem Rücken sich auf den Tisch abstützen. Knie leicht angewinkelt. Mit dem Becken eine liegende Acht beschreiben. Das löst die Rückenfaszie, die im unteren Rücken oft stark komprimiert ist.

Herr Diemer, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Interview: Sabine Birk
Foto: Marlene Weiß
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