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Was ist eigentlich Ergotherapie?
Ergotherapie ist eine Behandlungsmethode, die Menschen dabei unterstützt, ihre Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten, zu verbessern oder wiederzuerlangen. Sie kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn körperliche, geistige oder psychische Einschränkungen alltägliche Aktivitäten erschweren oder unmöglich machen.
Die Therapie orientiert sich an den persönlichen Bedürfnissen der Patient:innen sowie an den Anforderungen ihres jeweiligen Lebensumfeldes.
Wie Ergotherapie im Alltag hilft
Ergotherapie unterstützt gezielt bei der Bewältigung alltäglicher Anforderungen, wenn diese durch Krankheit, Unfall oder Entwicklungsstörungen eingeschränkt sind.
Ein zentraler Bestandteil der Behandlung sind praxisnahe Übungen, die unmittelbar an realen Alltagssituationen anknüpfen. So werden beispielsweise das Greifen und gezielte Bewegen von Gegenständen, das Schreiben oder handwerkliche Tätigkeiten trainiert. Ergänzend kommen kognitive Übungen zum Einsatz, etwa zur Förderung von Gedächtnis und Aufmerksamkeit.
Ausbildung und Qualifikation
In Deutschland dürfen Ergotherapeut:innen nur mit einer staatlich anerkannten Ausbildung oder einem entsprechenden Studium tätig werden. Die klassische Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und erfolgt an Berufsfachschulen – ergänzt durch praktische Einsätze in medizinischen Einrichtungen.
Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt und darf ausschließlich von entsprechend qualifizierten Personen geführt werden. Dies stellt die fachliche Qualität sicher und dient dem Schutz der Patient:innen. Alternativ kann Ergotherapie auch im Rahmen eines Bachelorstudiums an Hochschulen studiert werden. Beide Ausbildungswege vermitteln die notwendigen fachlichen und praktischen Kompetenzen für eine professionelle therapeutische Tätigkeit.
Einsatzbereiche von Ergotherapeut:innen
Ergotherapeut:innen sind in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens tätig, unter anderem in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Ergotherapiepraxen sowie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Darüber hinaus kann Ergotherapie auch in Schulen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie in psychiatrischen Einrichtungen angeboten werden.
Die Behandlung ist nur nach ärztlicher Verordnung möglich und wird bei unterschiedlichen Erkrankungen und Einschränkungen eingesetzt.
Wann Ergotherapie verordnet wird
Ergotherapie wird bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern eingesetzt, unter anderem bei:
- Schlaganfall
- Neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson
- Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen bei Kindern, z. B. ADHS oder Wahrnehmungsstörungen
- Psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out
- Folgen von Unfällen oder Operationen
Auch ältere Menschen können von einer Ergotherapie profitieren, insbesondere bei Einschränkungen von Gedächtnis, Beweglichkeit oder Selbstständigkeit im Alltag wie sie beispielsweise im Rahmen einer Demenz oder bei Morbus Parkinson vorkommen.
Unterschied zwischen Ergotherapie und Physiotherapie
Ergotherapie und Physiotherapie ergänzen sich, verfolgen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
Die Physiotherapie konzentriert sich auf den Körper, die Muskulatur und die Beweglichkeit. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Bewegungsabläufe zu verbessern und die körperliche Leistungsfähigkeit zu stärken.
Die Ergotherapie hingegen legt den Fokus auf die Bewältigung des Alltags. Sie unterstützt Menschen dabei, Tätigkeiten wie Anziehen, Essen, Schreiben oder Arbeiten möglichst selbstständig auszuführen.
Der große Nutzen der Ergotherapie
Die Ergotherapie setzt genau dort an, wo Einschränkungen den Alltag erschweren und hilft Schritt für Schritt dabei, verloren geglaubte Fähigkeiten wieder aufzubauen. Dabei geht es nicht nur um körperliche Funktionen, sondern auch um Selbstvertrauen, Teilhabe am sozialen Leben und das Gefühl, den eigenen Alltag wieder aktiv gestalten zu können.
So wird deutlich: Ergotherapie ist weit mehr als eine rein therapeutische Maßnahme – sie ist eine wichtige Unterstützung für ein möglichst selbstbestimmtes Leben.