Arthrose und Hagebutte
Hagebutten für Patienten mit Arthrose

Bei Arthrose sind meist die Gelenke von Hüfte, Knie, Wirbelsäule und Händen betroffen. Der Knorpel wird rau, verliert seine Gleitschicht und die Funktion als Stoßdämpfer. Das Gelenk wird steif und schmerzt. Das abgebaute Gewebe bildet sich nicht mehr zurück. Das bedeutet eine dauerhafte medikamentöse Behandlung.

Zur Linderung der schmerzhaften Beschwerden werden üblicherweise nicht-steroidale Antirheumatika wie das magenbelastende Diclofenac und sogenannte COX2-Hemmer wie Arcoxia® eingesetzt.

Die Hagebutte soll in der Therapie der Arthrose helfen. Professor Kharazmi aus Kopenhagen hebt die entzündungshemmenden und antioxidativen Effekte hervor, ohne dass die Gerinnungsfähigkeit  des Blutes beeinflusst wird [1]. Das ist besonders für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig.

Neuere klinische Studien haben gezeigt, dass das standardisierte Pulver aus Samen und Schalen der Hagebuttenfrüchte, bestimmte Funktionen der weißen Blutkörperchen, die bei der Arthrose zu Entzündungen und Gewebeschädigungen führen, normalisiert wird. Außerdem soll das Pulver antioxidativ und membranstabilisierend wirken. Dadurch wird der Auf- und Abbau des Knorpelgewebes beeinflusst.

Der aktive Inhaltsstoff ist ein aus einem Zuckeranteil und Fettsäuren bestehendes Galaktolipid. Die Substanz hemmt im Reagenzglas die Wanderung bestimmter Leukozyten (weiße Blutkörperchen) [2]  und senkt im Menschen die Konzentration von C-reaktivem Protein (CRP, ein Entzündungskennzeichen) im Blut [3]. Zudem soll die Substanz antioxidativ wirken: ungünstige freie Radikale werden weniger gebildet und damit werden die Zellmembranen geschützt und stabil.

Sicher, das in der Hagebutte vorhandene Vitamin C hat daran auch seinen Anteil. Es sind dafür aber auch die ebenfalls in der Pflanze vorkommenden sekundären Pflanzenstoffe wie Polyphenole verantwortlich [4]. Ein italienisches Forscherteam fand heraus, dass es stärker entzündungshemmend wirkt als Betamethason (ein Cortison) bzw. Indometacin (ein klassisches, chemisches Mittel gegen Rheuma) [5].

Deutliche Schmerzlinderung
Die Wirksamkeit von Hagebuttenpulver belegen zwei placebokontrollierte Doppelblindstudien. Eine Ernährungsstudie (drei Monate lang täglich 5 g Hagebuttenpulver oder Placebo) mit 112 Patienten mit Arthrose zeigte [6] hinsichtlich der Gelenkschmerzen, Steifigkeit und dem allgemeinen Wohlbefinden eine deutliche Besserung. Zudem konnte in der Hagebuttengruppe der Gebrauch von Schmerzmitteln um 44 Prozent gesenkt werden.

In einer anderen Studie mit 100 Teilnehmern nahm unter Einnahme von Hagebuttenpulver die Beweglichkeit des Hüftgelenks deutlich zu und der Schmerz ab. Auffallend war der weit über die Studiendauer hinaus anhaltende Langzeiteffekt [7].

Senkung von CRP und LDL-Cholesterol
Bei einer Studie an 32 Patienten mit Arthrose der Handgelenke berichteten 88 Prozent der Patienten eine deutliche Schmerzsenkung bei der Durchführung häufiger Alltags-Handgriffe. Dabei senkte das Hagebuttenpulver nicht nur den erhöhten Entzündungsparameter CRP, sondern auch das LDL-Cholesterol, das sich in den Gefäßen ablagert und zur Arteriosklerose führen kann. Ob jedoch mit Hagebuttenpulver ein wirksamer Schutz der Gefäße erzielt und ein erhöhter Blutdruck gesenkt werden kann, ist noch offen.

Momentan lässt sich durchaus vermuten, dass die längerfristige Einnahme von Hagebuttenpulver den Verbrauch an klassischen Schmerzmitteln reduzieren kann.


AJ, August 2008


Literatur
Jens Bielenberg, Om & Ernährung , 2008 Heft 122 [1] Winther K.: Rose-Hip in the form of Hyben Vital, has no impact on coagulation, platelet function and fibrinolysis. In: Proceedings of the Third international Exhibition and conference on Nutraceuticals and Food for Vitality Geneve, May 2000 Switzerland [2] Larsen E.; Kharazmi A. et al.: An antinflammatory Galaktolipide from rose hip (Rosa canina) that inhibits chemotaxis of human peripheral blood neutrophils in vitro. J Nat Prod 2003 [3] Winther K. et al.: The antiinflammatory properties of rose-hip. Inflammopharmacology 1999 [4] Daels-Rakotoarison, DA.; et al., Effects of Rosa canina fruit extract on neutrophil respiratory burst. Phytother Res 2002 [5] Bruno A.; Rossi C. et al.: Selective in vivo anti-inflammatory action of the galactolipid monogalactosyldiacylglycerol; Eur. J. Pharmacol 2005; 524 (1–3) [6] Rein E. et al.: A herbal remedy, Hyben Vidal (stand.powder of Rosa canina fruits)reduces pain and improves general wellbeing in patients with osteoarthritis- adouble blind placebo controlled randomised trial. Phytomedicine. 2004 [7] Warholm, O. et al..: The Effects of a Standardized Herbal Remedy made from a subtype of Rosa canina in patients with Osteoarthritis: A double –blind, randomised, placebo-controlled clinical trial. Current Theapeutic research 2003


 
 



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