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Was ist eigentlich Funktionelle Medizin?

Bei der Funktionellen Medizin handelt es sich um ein Therapiekonzept, das nicht nur auf die spezifische Behandlung von akuten Symptomen, sondern zusätzlich auf die Prävention chronischer Erkrankungen abzielt. Sie wird von Ärzt:innen, Heilpraktiker:innen sowie Angehörigen anderer medizinischer Berufsgruppen angeboten. 

 

 

Zu den Grundannahmen der Funktionellen Medizin gehört die auch in anderen medizinischen Konzepten bekannte Überlegung, dass Gesundheit und Krankheit zwei einander entgegengesetzte Pole sind, zwischen denen sich ein Bereich befindet, in dem man weder vollständig gesund noch vollständig krank ist. Vertreter:innen der Funktionellen Medizin verstehen diesen Bereich als ein „funktionelles Geschehen“, das sich sowohl in Richtung Gesundheit als auch in Richtung Krankheit weiterentwickeln kann.

Ein lächelnder Arzt mit einem Stethoskop unterhält sich mit einem sitzenden Patienten und hält dabei ein Schreibbrett in der Hand. Sie befinden sich in einer hellen Arztpraxis, die sich auf Funktionelle Medizin spezialisiert hat und eine einladende und ganzheitliche Atmosphäre für die Patientenversorgung schafft.

Der Mensch als Ganzes im Fokus

Die Funktionelle Medizin betrachtet jeden Menschen als Individuum mit persönlichen Ressourcen. Diese umfassen nicht nur seine genetischen Veranlagungen, sondern auch seine erworbenen Erfahrungen und seine psychische Widerstandskraft. Diese Ressourcen versetzen jeden Einzelnen in unterschiedlichem Ausmaß in die Lage, im Alltag mit Stress, Umweltbelastungen oder Traumata umzugehen. Sind diese natürlichen Regulationsmechanismen erschöpft, kann nach dem Verständnis der Funktionellen Medizin Krankheit entstehen. Indem sie den Menschen als Ganzes betrachtet, versucht die Funktionelle Medizin nicht nur Beschwerden zu lindern, sondern sie sucht in jedem Einzelfall nach deren spezifischen Ursachen, um die natürlichen Kompensationsfähigkeiten des Körpers zu unterstützen und so langfristig die Gesundheit einer Person gezielt zu fördern.

 

Behandler mit einer Ausbildung in Funktioneller Medizin betrachten chronische Erkrankungen somit nicht isoliert, sondern als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Daher verschaffen sich Ärzt:innen und Therapeut:innen im Erstgespräch mit ihren Patient:innen nicht nur einen detaillierten Überblick über deren Krankengeschichte, sondern auch über deren individuellen Lebensstil. Sie stellen daher Fragen zu Stress, aktuellen Belastungen, Bewegung, Ernährung, Schlafgewohnheiten, möglichen Umwelteinflüssen und genetischen Anlagen. Blutuntersuchungen einschließlich Nährstoffanalysen und eine Bestimmung des Mikrobioms im Darm können dazu beitragen, mögliche Ungleichgewichte im Körper, wie einen eventuellen Nährstoffmangel, Entzündungsprozesse, hormonelle Veränderungen oder Störungen im Stoffwechsel, zu erkennen.

Zurück ins persönliche Gleichgewicht

Statt einzelne Symptome zu behandeln, versucht die Funktionelle Medizin, die Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulation zu stimulieren, um ihn wieder in sein Gleichgewicht zu bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei häufig Empfehlungen zu Veränderungen im Lebensstil, die je nach individuellem Bedarf auf eine Umstellung der Ernährung mit regelmäßiger Bewegung, ausreichenden Schlaf, Strategien zur Stressbewältigung und einer Regulation des Immunsystems abzielen. Ergänzend können unter anderem Nahrungsergänzungsmittel aus dem Bereich der orthomolekularen Medizin zum Einsatz kommen, aber auch eine Darmsanierung mit Prä- und Probiotika, Phytotherapie oder die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT). Bei dieser Behandlung atmen die Patient:innen im Liegen über eine Maske abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft ein. Dies soll die Regeneration auf zellulärer Ebene anstoßen.

 

Kritiker der Funktionellen Medizin beanstanden, dass nicht alle angebotenen Untersuchungen und Therapien wissenschaftlich ausreichend belegt sind. Sie raten daher dazu, den Behandlungsansatz nicht als Ersatz für notwendige schulmedizinische Behandlungen zu verstehen, sondern als mögliche Ergänzung. Zudem sollte man darauf achten, nur seriöse Angebote zu nutzen.

 

Zu den Zielen der Funktionellen Medizin gehören eine individuelle Unterstützung von Patient:innen in ihrer körperlichen, mentalen und sozialen Gesamtheit sowie ein langfristiger Erhalt von Wohlbefinden und Lebensqualität. Behandler:innen arbeiten dabei eng mit den Betroffenen zusammen, um sie aktiv in die Wiederherstellung und den Erhalt ihrer Gesundheit einzubeziehen und die angestrebten Ziele dauerhaft zu erreichen.