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Phytotherapie

Die natürliche Heilkraft der Pflanzen nutzen

Was ist Phytotherapie

Als Phytotherapie oder Kräuterheilkunde bezeichnet man die Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen mit Arzneipflanzen und deren Zubereitungen. Sie hat in allen Kulturen eine Jahrhunderte bis Jahrtausende lange Tradition. Wie kraftvoll Heilpflanzen sind, könnte die von Pfarrer Sebastian Kneipp überlieferte Aussage „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“ nicht treffender zum Ausdruck bringen. Neben Pfarrer Kneipp sind sein Kollege Johann Künzle, Hildegard von Bingen, Paracelsus und Gerhard Madaus wohl die bekanntesten Persönlichkeiten, deren Erfahrungen mit Heilpflanzen überliefert sind.

Neben der traditionellen europäischen Medizin haben sich hierzulande auch die chinesische und japanische Medizin sowie die ayurvedische Kräuterheilkunde etabliert.

Darüber hinaus gibt es z.B. in der Anthroposophie, der Homöopathie oder der auf Paracelsus zurückgehenden Signaturenlehre unterschiedliche Sichtweisen auf die Pflanzen, die bei der Auswahl der Pflanzen für den individuellen Patienten von Relevanz sind.

Wirkprinzip

Inzwischen ist die Wirkung von vielen Arzneikräutern wissenschaftlich untersucht. Die Wirkung beruht auf Inhaltsstoffen, die in ihrer Zusammenstellung für jede Pflanze ganz spezifisch ist. Mitunter gelingt es, eine für die individuelle Wirkung hauptverantwortliche Substanz zu isolieren. Ein Beispiel hierfür ist das Silymarin der Mariendistel. Doch vielfach beruht der gesundheitsfördernde Nutzen der Heilkräuter auf dem charakteristischen Gemisch der Inhaltsstoffe. Hierzu gehören unter anderem ätherische Öle, Bitterstoffe, Pflanzensäuren, Gerbstoffe, Fette, Eiweiße, Mineralstoffe, Vitamine oder die als sekundäre Pflanzenstoffe bekannten Flavonoide. So werden Heilpflanzen bei den unterschiedlichsten Beschwerden erfolgreich eingesetzt, angefangen von Allergie und Blasenentzündung über Depression, Erkältungsbeschwerden und Herz-Kreislaufbeschwerden, bis hin zu Rheuma, Verdauungsbeschwerden und Wechseljahrsymptomen.

Heilmittelherstellung

„Abwarten und Tee trinken“ empfiehlt der Volksmund und beschreibt damit die wohl bekannteste Zubereitungsform von Arzneipflanzen. Für die Teeherstellung werden entweder alle oberirdischen Pflanzenteile verwendet oder nur einzelne Teile wie zum Beispiel Blüten, Blätter, Früchte, Rinden, Stängel oder Wurzeln. In der Regel werden sie zuvor getrocknet, damit sie über das ganze Jahr verfügbar und haltbar sind.

Werden getrocknete Pflanzenteile pulverisiert, müssen sie zwar kürzer ziehen, flüchtige Inhaltsstoffe wie die ätherischen Öle gehen bei Lagerung jedoch schneller verloren. Durch das Abfüllen in Kapseln können sensible Pflanzeninhaltsstoffe geschützt werden und das Pflanzenpulver als einfach handhabbare Arzneiform zur Verfügung stehen.

Alternativen zur getrockneten Arzneidroge sind Tinkturen oder Extrakte. Zur Herstellung von Tinkturen werden die frischen oder getrockneten Pflanzenteile in einer Mischung aus Alkohol und Wasser eingelegt, um die Inhaltsstoffe zu lösen. Das Verhältnis der Arzneidroge zum Auszugsmittel liegt meist bei 1:5.

Eine besondere Form der Auszüge sind Gemmomazerate, die im Rahmen der Gemmotherapie eingesetzt werden. Diese nutzt die Vitalität und die Wachstumskräfte von jungem Pflanzengewebe, indem die Knospen, Triebspitzen und Schösslinge heimischer Pflanzen in einer Mischung aus Wasser, Alkohol und Glycerin eingelegt werden.

Trockenextrakte werden aus Auszügen hergestellt, deren Extraktionsmittel verdampft wird. Sie stellen somit konzentrierte Auszüge dar und werden meist zur Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln u.a. in Form von Tabletten und Kapseln verwendet. Standardisierte Trockenextrakte sind auf den Gehalt einer Haupt-Wirksubstanz eingestellt und enthalten diese daher in definiert hoher Menge.

Eine besondere Gruppe an pflanzlichen Inhaltsstoffen stellen pflanzliche Öle dar. Neben den fetten Ölen, die einige Pflanzen als Energiespeicher produzieren können, bilden viele Pflanzen ätherische Öle, die für das Überleben und Ausbreiten der Pflanzen wichtig sind. Letztere sind leicht flüchtig, das heißt sie verdampfen auch bei Raumtemperatur sehr leicht und verbreiten dabei einen intensiven Duft. Ätherische Öle sind Vielstoffgemische, deren umfassende Wirkungen auf den menschlichen Körper in der Aromatherapie genutzt werden. Fette Öle werden vielfach direkt aus der Arzneipflanze herausgepresst, in der Regel aus den Früchten. Einige fette Öle wie Johanniskraut- oder Ringelblumenöl gewinnt man jedoch dadurch, dass man die frischen oder getrockneten Pflanzenteile ungefähr sechs Wochen in einem Öl einlegt und dann abfiltriert.

Öle werden kühl in dunklen Flaschen aufbewahrt, um ihre Haltbarkeit zu verbessern. Ebenso sollten Teekräuter und andere phytotherapeutische Zubereitungen kühl und trocken gelagert werden.

Zur Vorbeugung und Behandlung vieler Erkrankungen ist es sinnvoll, Arzneipflanzen zu kombinieren, damit sie sich in ihrer positiven Wirkung gegenseitig unterstützen. Dabei ist es möglich, die Mischung auf die individuellen Beschwerden des Anwenders abzustimmen.

Anwendung

Herkömmlich werden die Arzneidrogen für die Zubereitung eines Tees mit kochendem Wasser übergossen. Man lässt sie anschließend abgedeckt ziehen und seiht den Tee dann ab. Für eine Tasse Tee verwendet man meist einen Teelöffel der getrockneten Pflanze.

Manche Inhaltsstoffe benötigen besondere Bedingungen, um besser extrahiert zu werden. Sollen beispielsweise die Schleimstoffe einer Heilpflanze genutzt werden, ist es sinnvoll, die Teedroge in kaltem Wasser anzusetzen und mindestens zwei Stunden quellen zu lassen. Anschließend wird der Tee aus hygienischen Gründen kurz aufgekocht. Andere Inhaltsstoffe lösen sich wiederum besser, wenn man den Tee auskocht.

Weniger zeitaufwendig ist die innerliche Anwendung von Tinkturen, Flüssigextrakten oder Gemmomazeraten, die in der Regel tropfen- oder löffelweise in etwas Flüssigkeit eingenommen werden oder direkt auf die Mundschleimhaut aufgesprüht werden.

Kapseln oder Tabletten mit Pflanzenpulvern bzw. Trockenextrakten können direkt mit etwas Wasser geschluckt werden. Die Dosierung erfolgt dabei nach Angaben des Therapierenden.

Pflanzliche Zubereitungen können in Salben und Cremes eingearbeitet über die Haut bzw. Schleimhaut wirken oder in Form von Ovula und Zäpfchen in der Therapie eingesetzt werden.

Ätherische Öle werden u.a. zum Inhalieren, für Bäder und Einreibungen verwendet. Da sie sehr wirksam sind, reichen meist wenige Tropfen für eine Anwendung aus. Die Aromatherapie nutzt ätherische Öle auf vielfältigste Art und Weise.

Mittel aus der Klösterl-Apotheke

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