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Was ist eigentlich Qigong?

Geht man in China in einen Park, kann man schon in den frühen Morgenstunden vielerorts Menschen beobachten, die gemeinsam Qigong praktizieren. Konzentriert führen sie nahezu synchron die gleichen Bewegungsabläufe aus und lassen sich von Passanten in keiner Weise ablenken. Selbst als Beobachter kann man beim Zuschauen schnell in einen entrückten Zustand verfallen und verschiebt die ursprünglichen Pläne, um noch ein bisschen zu verweilen.

Fast 2.500 Jahre Tradition

Qigong hat eine mehr als zweitausend Jahre zurückreichende Tradition. Die ältesten Quellen zum Qigong stammen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Damals praktizierten Daoisten diese Kombination von Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen. Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie, die neben Konfuzianismus und Buddhismus das chinesische Denken stark prägte. Hierzulande ist vor allem das „Daodejing“ von Laotse als eine frühe daoistische Sammlung von Sprüchen bekannt.

Qigong war in China stets fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich jedoch in verschiedenen Zentren des Landes unterschiedliche Stilarten. Das heutzutage praktizierte Qigong beruht auf diesen Überlieferungen und wurde durch neuere Ansätze erweitert.

Eine ältere Frau mit grauem Haar steht mit ausgestreckten Armen im Freien und lächelt warm, als würde sie Qigong üben. Sie ist umgeben von anderen Menschen im sanften goldenen Licht eines sonnenbeschienenen Herbsttages, Bäume mit gelben Blättern im Hintergrund.

Sanfte Bewegung im Fluss

Im Qigong werden bestimmte Bewegungsabläufe zu einem Set zusammengefasst und im Stehen ausgeführt. Dabei konzentriert man sich ausschließlich auf die Bewegungen, die oftmals mit bestimmten Bildern verbunden sind. So kann man sich beispielsweise vorstellen, dass man die Energie der Sonne mit den Armen und Händen einsammelt und in den Körper strömen lässt. Diese fließenden Bewegungsabfolgen werden mit der Atmung kombiniert. Im Unterschied zum Stretching oder Krafttraining, bei dem man bestimmte Positionen hält, stocken die Bewegungen beim Qigong nicht. Sobald ein Maximum an Ausdehnung oder Spannung erreicht ist, wird dieser Zustand umgehend wieder gelöst.

Die langsamen Bewegungen regulieren zusammen mit der daran gekoppelten Atemfrequenz das autonome Nervensystem. Auf diese Weise wirken sie beruhigend und tragen zum Abbau von Stress bei. Zudem können viele Qigong-Praktizierende durch die Konzentration auf ihre Atmung und die Bewegungsabläufe destruktive Gedanken oder unangenehme Emotionen ausblenden.

Gesundheitsvorsorge und Therapie

Die Übungen im Qigong dienen dazu, den Fluss von Qi im Körper zu regulieren und zu harmonisieren. Der Begriff „Qi“ kann nicht wörtlich übersetzt werden. Er beschreibt eine vitale Kraft, die sich einerseits zu Materie verdichten kann und andererseits unsichtbar bleiben bzw. rein auf Funktion und Bewegung beschränken kann. „Gong“ bedeutet „Arbeit“, aber auch „Fähigkeit“ oder „Können“. Der Begriff „Qigong“ umfasst dementsprechend die Praxis der Übenden: die „Arbeit mit dem Qi“. Diese Qigong-Praxis zur Förderung der persönlichen Lebensenergie und zur Stärkung der eigenen körperlichen und geistigen Verfassung nennt man „inneres Qigong“. Darüber hinaus wurde mittlerweile ein therapeutisches Qigong entwickelt, das „äußere Qigong“, das zur Linderung von körperlichen und psychischen Beschwerden beitragen soll.

Viele Menschen können profitieren

Qigong wurde inzwischen intensiv erforscht. Studien zeigen, dass die Übungen zum Beispiel eine chronische Fatigue und Schlafstörungen im Anschluss an eine Krebserkrankung lindern können oder die Stimmung bei einer Depression verbessern. Ferner können das Herz-Kreislauf-System, die Atmung, Muskeln und Knochen sowie das Immunsystem durch Qigong effektiv unterstützt werden. Von einer Verbesserung von Flexibilität, Gleichgewichtssinn und Kraft profitieren ebenfalls Senioren, deren Sturzrisiko durch Qigong gesenkt werden kann. Spürbar ist nicht nur eine bessere körperliche Fitness, sondern auch eine zunehmende Lebensqualität.