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Was ist eigentlich intuitives Essen?

Ein „normales“, „natürliches“ Essverhalten, gibt es das überhaupt (noch)? Essen ist sehr persönlich, kulturell geprägt und gleichzeitig auch eine wirtschaftliche wie politische Angelegenheit. Viele Faktoren wirken also darauf ein, was und wie wir essen. Gibt es einen Weg, zu einem versöhnlichen Essverhalten und Verhältnis zu unserem Körper zurückzukehren? Intuitives Essen ist da ein Ansatz, der helfen könnte.

Intuitives Essen zielt darauf ab, eine bewusste und positive Verbindung zu Nahrung herzustellen. Dieser Ernährungsansatz betont die Aufmerksamkeit auf körperliche Signale, Hunger und Sättigung, anstatt sich strikt an Diäten oder externe Regeln zu halten. Das Konzept des intuitiven Essens basiert auf der Idee, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, seine eigenen Ernährungsbedürfnisse zu erkennen und darauf zu reagieren. Diese Fähigkeit soll nach und nach wieder erlernt und eingeübt werden. Intuitive Ernährung ist bewusst keine neue Modediät, es geht nicht darum, Gewicht zu verlieren, besonders „gesund“ zu essen etc. – Es geht um einen natürlichen Umgang mit dem Essen und darum, dem Thema im Alltag keine dominierende Bedeutung zukommen zu lassen.

Ursprünge des intuitiven Essens lassen sich auf die Arbeit der beiden amerikanischen Ernährungswissenschaftlerinnen Evelyn Tribole und Elyse Resch zurückführen. Mitte der 1990er Jahre entwickelten sie das Konzept, welches auf 10 Prinzipien basiert (siehe Kasten).


Die 10 Prinzipien für intuitive Ernährung:

  1. Keine Diätmentalität mehr
  2. Das eigene Hungergefühl wieder kennenlernen
  3. Schließe Frieden mit dem Essen, keine Verbote mehr
  4. Keine (be-) wertende Essenspolizei mehr
  5. Bewusst und achtsam Essen
  6. Genuss am Essen wiederentdecken
  7. Emotionen nicht mehr mit Essen regulieren
  8. Respektiere den eigenen Körper und seine Fähigkeiten
  9. Bewegung mit Spaß
  10. Positive und gute Essensgewohnheiten einüben

Die Umsetzung beinhaltet, sich auf die eigenen inneren Signale zu konzentrieren: Bewusste Wahrnehmung von Hunger und Sättigung, das Beachten von Geschmack und Textur der Nahrung sowie das Verständnis und die Auflösung von emotionalem Essen. Anstatt Kalorien zu zählen oder bestimmte Lebensmittel als „gut“ und „schlecht“ zu kategorisieren, wird geraten, auf den eigenen Körper zu hören und seinen Signalen Schritt für Schritt immer mehr zu vertrauen.

Eine wichtige Komponente des intuitiven Essens ist die Akzeptanz des eigenen Körpers. Durch das Loslassen von Diätzwängen und dem Fokus auf Selbstfürsorge kann man eine gesündere Beziehung zum eigenen Körper und letztlich auch zu sich selbst entwickeln. Studien haben gezeigt, dass intuitives Essen oft ein besseres Körperbild und eine stabilere emotionale Gesundheit fördert. Indem Menschen lernen, auf ihre Bedürfnisse zu hören, kann dies, als Nebenwirkung sozusagen, zu einem nachhaltigeren Gewichtsmanagement führen. Zudem wird das Risiko von Essstörungen reduziert, da der Fokus auf Wohlbefinden und nicht auf externen (Schönheits-) Normen liegt.

Es ist wichtig zu betonen, dass intuitives Essen kein „Freifahrtschein“ für ungesunde Ernährungsgewohnheiten ist. Es geht vielmehr darum, bewusst und achtsam zu essen, um den Bedürfnissen des eigenen Körpers gerecht zu werden. Dieser Ansatz erfordert Zeit, Geduld und Selbstreflexion: Was tut mir gerade gut? Wie fühle ich mich, nachdem ich XY gegessen habe? Bei Essstörungen sollte die Implementierung nicht ohne eine therapeutische oder professionelle Begleitung geschehen.

Insgesamt bietet das intuitive Essen eine Alternative zu diätischen Einschränkungen und fördert langfristig eine nachhaltige, gesunde Beziehung zur Nahrung und zum eigenen Körper. Es ermutigt die Freude am Essen ohne Schuldgefühle wiederzuentdecken, und dabei den Fokus auf Gesundheit und Wohlbefinden zu lenken.