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Wer war eigentlich…? René-Maurice Gattefossé

René-Maurice Gattefossé gilt als einer der Begründer der heutigen Aromatherapie. 1937 wurde machte er nämlich mit seinem wissenschaftlich formulierten Buch „Aromathérapie“ den Begriff „Aromatherapie“ bekannt. Erste Erfahrungen mit den Wirkungen ätherischer Öle machte er ausgerechnet bei einem Unfall und im Ersten Weltkrieg.

Kurz berichtet – sein Leben

Über das Leben von René-Maurice Gattefossé (1881 – 1950) ist nicht viel überliefert. Bekannt ist, dass der Parfümeur und Chemiker für Kosmetika 1881 in Montchat bei Lyon, Frankreich, als drittes von fünf Kindern geboren wurde.

Sein Vater Louis hatte im Jahr vor seiner Geburt die Firma Gattefossé gegründet, die bis heute existiert. René-Maurice wuchs in Frankreich auf, studierte Chemie in Lyon und übernahm zusammen mit einem Teil seiner Brüder 1907 die Leitung des Familienunternehmens. Seit 1919 führte er die Firma nach dem Tod des Vaters und der Brüder alleine weiter.

Er gilt als Vater der modernen Parfümerie und der Aromatherapie, deren Namen er prägte, befasst sich aber auch mit Philosophie und trug als Redakteur zur Veröffentlichung von historischen Romanen bei. Im Jahr 1950, während eines Besuchs bei seinem jüngeren Bruder in Casablanca, verstarb er an einem Herzinfarkt.

Wie kam es zur Aromatherapie?

Schon im Altertum wurden in den Hochkulturen in Mesopotamien, in Ägypten und im römischen Reich Pflanzenteile aufgrund ihrer Duftstoffe als Räucherwerk therapeutisch sowie bei rituellen Zeremonien verwendet. Im alten Ägypten bezeichnete man diese Essenzen als pflanzliche Aromen.

Die moderne Aromatherapie geht jedoch auf René-Maurice Gattefossé zurück. Er zog sich im Juli 1910 bei einer Explosion in seinem Labor schwere Verbrennungen an den Händen und der Kopfhaut zu, die sich anfangs stark entzündeten. Als er begann, sie mit Lavendelöl zu versorgen, heilten sie jedoch rasch und ohne Narbenbildung ab. Dieser Erfolg regte ihn zu weiteren Nachforschungen zum therapeutischen Nutzen pflanzlicher Aromen an.

Antiseptika

Schon während des Ersten Weltkrieges setzte Gattefossé ätherische Öle in Militärkrankenhäusern ein. 1918 produzierte er eine antiseptische Seife auf der Basis von ätherischen Ölen, um Kleidungsstücke und Verbandsmaterialien damit zu desinfizieren.

Öle kamen aufgrund der beeindruckenden Erfolge fortan auch während der Spanischen Grippe zum Einsatz. Aufgrund ihrer antimikrobiellen Eigenschaften verwendete Gattefossé zum Desinfizieren vornehmlich die ätherischen Öle von Lavendel, Thymian und Nelke.

Studium der Anwendung von Ölen

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts erforschte Gattefossé die antiseptischen Eigenschaften von ätherischen Ölen zusammen mit Ärzten und Kliniken weiter. Aus dieser Zusammenarbeit gingen zahlreiche wissenschaftliche Publikationen hervor sowie die Herstellung diverser Produkte auf Basis der untersuchten Öle. 1932 trat sein Sohn Henri-Marcel, ebenfalls Chemiker, in das Unternehmen ein und prägte die weitere Entwicklung mit.

Der Begriff der Aromatherapie

In den dreißiger Jahren konzentrierte sich Gattefossé zunehmend auf die Behandlung von Hauterkrankungen, entwickelte medizinische Emulsionen und veröffentlichte 1936 sein in Fachkreisen bekanntes und vielfach übersetztes Werk „Physiologische Ästhetik und Schönheitsprodukte“.

1937 wurde machte er mit seinem wissenschaftlich formulierten Buch „Aromathérapie. Les huiles essentielles, hormones végétales“ (zu Deutsch: „Aromatherapie: Ätherische Öle, pflanzliche Hormone“) schließlich den Begriff „Aromatherapie“ bekannt, der Ende 1935 erstmals in seinen Manuskripten auftauchte. 1938 folgte ein Buch über „Essentielle Antiseptika“ und schließlich in seinem Todesjahr 1950 eine Formelsammlung der Parfümerie und Kosmetik („Formulaire de parfumerie et de cosmétologie“). Seit 1940 untersuchte René-Maurice vornehmlich die Wirkung von Thermalwasser auf der Haut.

Aktive Inhaltsstoffe

Das Buch „Aromathérapie. Les huiles essentielles, hormones végétales“ wurde viel beachtet. In dieser Schrift weist Gattefossé ausdrücklich darauf hin, dass die Öle, bei denen es sich um natürliche Stoffgemische mit unterschiedlichen aktiven Inhaltsstoffen handelt, nur effektiv wirken, wenn sie rein sind. Eine für 1942 geplante Neuauflage wurde nie veröffentlicht, da sich die Antibiotika zunehmend durchsetzten.

Hochwertige, reine Öle

Heute ist die Aromatherapie weit verbreitet und immer noch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. So ist die Anwendung ätherischer Öle zur Linderung von Krankheiten oder zur Steigerung des Wohlbefindens fester Bestandteil der Phytotherapie und der Komplementärmedizin. Dabei ist zu beachten, dass ätherische Öle sorgfältig dosiert werden müssen, denn Nebenwirkungen, toxische Erscheinungen oder allergische Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden.

Nur wenige Öle dürfen aus diesem Grund zum Beispiel unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Sie werden daher unter ein fettes Trägeröl gemischt. Ebenso gibt es Einschränkungen für die innerliche Anwendung. Auch zum Inhalieren sollte man ätherische Öle nur in Maßen einsetzen.

Ferner sind einige Öle für Kinder und Haustiere ungeeignet. Deshalb sollte ihre Verwendung immer mit Fachleuten abgestimmt werden. Reinheit und eine hohe Qualität der Öle sind für eine heilende Wirkung essenziell.