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Gesund reisen – Erkrankungen im Urlaub vorbeugen
Die Urlaubspläne sind geschmiedet, die Reise ist gebucht – und jetzt? Abwarten und Tee trinken? Wer gesund reisen will, sollte bei aller Vorfreude nicht erst beim Kofferpacken wieder damit anfangen, konkret über die Reise nachzudenken. Will man gute Voraussetzungen dafür schaffen, dass man den Urlaub in vollen Zügen genießen kann, sollte man vermeidbare Risiken kennen. Aus diesem Grund empfiehlt sich schon einige Wochen vor der Abreise ein Blick in den Impfpass.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Individuellen Impfplan erstellen
- 2. Reiseapotheke optimal zusammenstellen
- 3. Endlich angekommen
- 4. Hygienetipps für Speis und Trank
- 5. Nie ohne Sonnen- und Insektenschutz
Individuellen Impfplan erstellen
Impfempfehlungen werden in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) herausgegeben. Ihre Mitglieder empfehlen für alle Reisen einen aktuellen Impfschutz bei den Standardimpfungen. Nach der Buchung sollte man daher überprüfen, welche Standardimpfungen eventuell bald aufgefrischt werden sollten (s. Kasten 1). Fehlen vielleicht sogar Impfungen? Diese Impfungen können dann zeitnah nachgeholt werden. Das ist vor allem bei Reisen mit Kindern wichtig, denn sie benötigen eine Vielzahl an Impfungen, die nicht alle zeitgleich verabreicht werden können.
In der Kinderarztpraxis erhalten Eltern hierzu alle erforderlichen persönlichen Informationen.
In vielen Ländern können zudem Erreger zirkulieren, die in Deutschland selten oder gar nicht vorkommen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig über eventuell notwendige Reiseimpfungen zu informieren. Je nach Reiseziel können dies beispielsweise die Impfungen gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Chikungunya, Cholera, Dengue-Fieber, Gelbfieber, Hepatitis A und B, Japanische Enzephalitis, Meningokokken, Poliomyelitis, Tollwut oder Typhus sein. Nicht immer reicht eine einzige Impfung für einen dauerhaften Schutz. Für eine Grundimmunisierung sind dann mehrere Impfungen in einem bestimmten Zeitabstand notwendig. Als Malaria-Prophylaxe stehen dagegen bei Reisen in entsprechende Risikogebiete Tabletten zur Verfügung. Auch hierzu gibt es länderspezifische Empfehlungen.
Globetrotter haben sicher schon einige Reiseimpfungen, doch auch diese müssen zum Teil aufgefrischt werden. Man sollte daher nicht nur vor der ersten Fernreise frühzeitig ein Tropeninstitut oder eine Praxis aufsuchen, die sich auf Reisemedizin spezialisiert hat. So können die Experten rechtzeitig einen individuellen Impfplan erstellen. Ein Verzeichnis der Praxen und Tropeninstitute ist auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. unter www.dtg.org veröffentlicht. Der Impfpass gehört übrigens in elektronischer Form oder als Kopie ins Reisegepäck
Reiseapotheke optimal zusammenstellen
Mit der Reiseapotheke kann man sich ein bis zwei Monate vor der geplanten Abreise befassen. In die Reiseapotheke gehören alle Medikamente, die man regelmäßig einnehmen muss. Idealerweise kommen diese Präparate bei Flugreisen in der Originalverpackung mit Beipackzettel ins Handgepäck. Bei einigen Arzneistoffen, wie z. B. starke Schmerzmittel (Opiate) wird eine ärztliche Bescheinigung benötigt, die deren medizinische Notwendigkeit bestätigt. Diese Bescheinigung sollte gemeinsam mit wichtigen Unterlagen zu eventuellen Vorerkrankungen auf Reisen immer griffbereit sein. Hinweise zu möglichen Einfuhrbeschränkungen für Medikamente oder medizinische Geräte im Zielland erhält man auf der Webseite des Auswärtigen Amts.
Des weiteren gehören je nach Reisestil und Reiseziel Hand- und Wunddesinfektionsmittel, Pflaster und Verbandszeug, Sonnen- und Insektenschutz, Elektrolyte sowie Präparate zur Behandlung von grippalen Infekten, Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall, Insektenstichen, Infektionen der Haut oder der Augen ins Gepäck. Zur Vorbeugung von Durchfallerkrankungen haben sich spezielle Probiotika bewährt. Sie gehören je nach Reiseziel ebenfalls in die Reiseapotheke. Doch nicht jedes Präparat kann mit regelmäßig benötigten Medikamenten kombiniert werden und nicht jedes ist zur Behandlung von Tropenkrankheiten geeignet. Gerne beraten wir Sie hierzu in der Apotheke – auch zu naturheilkundlichen Optionen.
Endlich angekommen
Die lange Zeit des Wartens ist vorbei, das Reiseziel ist erreicht. Es locken vielleicht schöne Strände, bunte Märkte, Wanderungen in herrlicher Natur oder interessante Besichtigungen. Doch viele Länder haben andere hygienische Standards, und der Organismus von Reisenden kennt die ortsüblichen Keime noch nicht. Daher sollten die Hände wie zu Hause, insbesondere vor dem Essen und nach jedem Toilettengang, mit Seife gewaschen sowie die Fingernägel kurz gehalten werden. Eventuell mitgeführte Präparate zur Vorbeugung von Durchfallerkrankungen kommen spätestens jetzt täglich zum Einsatz, am besten beginnt man damit allerdings schon ein paar Tage vor der Abreise.
Hygienetipps für Speis und Trank
Wasser und Nahrungsmittel können je nach Reiseland mit unterschiedlichen Bakterien infiziert sein, gegen die die lokale Bevölkerung immun ist – Reisende jedoch meist nicht. Deshalb kann man nicht überall auf der Welt Wasser aus der Leitung trinken, mancherorts sollte man sich damit nicht einmal die Zähne putzen. Dann sollte man Wasser ausschließlich abkochen oder aus versiegelten Flaschen verwenden. Auf Eiswürfel sollte komplett verzichtet werden.
Auch bei Speisen ist oftmals Zurückhaltung angesagt. Hier hilft eine einfache Formel: „Schäl es, koch es oder lass es.“ Man sollte sich also auf die Köstlichkeiten konzentrieren, die frisch gekocht, gebraten oder frittiert wurden. Das fällt zwar manchmal schwer, doch wer möchte den Urlaub schon krank mit Erbrechen und Durchfall im Hotelbett verbringen? Und wenn man sich doch mal infiziert, dann ist ja zum Glück eine gut gefüllte Reiseapotheke zur Hand.
Nie ohne Sonnen- und Insektenschutz
Unerlässlich sind in vielen Regionen der Welt zudem ein guter Sonnen- und Insektenschutz, wobei der Sonnenschutz vor dem Insektenschutz aufgetragen wird. Die Eigenschutzzeit der Haut vor der Sonne beträgt bei hellhäutigen Erwachsenen oft nur fünf bis zehn Minuten, bei einem dunkleren Hauttyp kann der Eigenschutz 30 Minuten andauern. Um zu berechnen, wie viele Minuten das Sonnenschutzmittel in etwa vor einem Sonnenbrand schützt, multipliziert man die Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor. Bei einer Person mit heller Haut, die eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten hat und eine Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50 verwendet, wären dies 500 Minuten bzw. gut acht Stunden. Doch man sollte dieses Zeitfenster nicht voll ausschöpfen, sondern nach etwa der Hälfte der Zeit sowie nach dem Baden nachcremen, um den Schutz aufrecht zu halten – die Schutzzeit verlängert dies nicht. Kinder benötigen einen deutlich höheren Schutz. Idealerweise bedecken alle ihren Kopf und ihren Oberkörper mit Kleidung.
In tropischen und subtropischen Regionen der Welt, aber auch in Südeuropa können Stechmücken wie die Tigermücke Infektionen wie Chikungunya, Dengue, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Malaria oder Zika übertragen (s. Kasten 2). Einige der Mücken sind tagaktiv, andere nachtaktiv. Aus diesem Grund braucht man in diesen Regionen rund um die Uhr einen tropentauglichen Mückenschutz, der – insbesondere, wenn man stark schwitzt – immer wieder erneuert werden muss. Lange helle Kleidung schützt ebenfalls und kann je nach Reiseland zusätzlich mit einem speziellen Abwehrmittel (Repellent) eingesprüht werden. Nachts empfiehlt es sich, unter einem Moskitonetz zu schlafen. Treten im Zusammenhang mit Insektenstichen Symptome wie hohes Fieber, Gelenkschmerzen oder Hautausschlag auf, sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
Je nach Reiseart können auch die folgenden Tipps hilfreich sein: Die Nähe zu Tieren, insbesondere zu wilden Tieren, sollte vermieden werden. Die einheimische Bevölkerung weiß, wo man besser nicht barfuß läuft. Und besteht Gefahr durch giftige Tiere, sollte man Schuhe, Kleidung, Bettzeug und Handtücher vor dem Gebrauch ausschütteln.
Reisen kann so schön sein – und wenn Sie den landesspezifischen Ratschlägen folgen, dann ist es in der Regel möglich, nicht nur gesund zu reisen, sondern auch gesund zurückzukehren.
Autorin
Sabine Ritter
Klösterl-Redakteurin und Apothekerin