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Ginseng

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Steckbrief

Wissenschaftlicher Name:

Panax ginseng

Weitere Namen:

Asiatischer Ginseng, Gilgen, Samwurzel, Kraftwurzel

Pharmazeutische Verwendung:

Wurzel

Familie:

Araliengewächse (Araliaceae)

Heimat:

Gebirgs- und Waldregionen im nördlichen Korea, im nordöstlichen China und im südöstlichen Sibirien

Inhaltsstoffe

Ginsenoside, ätherisches Öl, Panaxsäure, Aminosäuren, Zucker, Vitamine B1 u. B2, Phosphor, Germanium, Magnesium, Cholin

Wirkung

süß, leicht bitter; neutral bis warm und trocknend; tonisierend, immunmodulierend, adaptogen, hormon- und blutdruckregulierend, blutzuckersenkend, Lebensenergie (Qi/Chi) vermehrend

Anwendung

Körperliche und geistige Leistungssteigerung, Altersbeschwerden, Herz-Kreislauf-Stärkung, Müdigkeit, Stresssymptome, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Abwehrschwäche, Allergien, Notfallmittel bei Schock oder Kreislaufkollaps

Nebenwirkungen

Bei Überdosierung Blutdruckerhöhung, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Durchfall, Schlafstörungen möglich

Gegenanzeigen

Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren, Schwangeren und Stillenden liegen
noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Blut-Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ, blutzuckersenkende Arzneimittel

Es können Wechselwirkungen mit einigen Arzneistoffen auftreten. Holen Sie sich daher ärztlichen Rat oder erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke.

Naturphilosophische Prinzipien/Kräfte/Signaturenlehre

Signaturenlehre:

Erde + Feuer + Luft, „Essenz der Erde“, Harmonisierung von „Himmel und Erde“

Vorstellung und Geschichte

Ein perfektes Heilmittel sollte universell und ohne Nebenwirkungen funktionieren, Gesundheit und Frohsinn erhalten und lebensverlängernd wirken. In den ältesten Schriften werden diese Lebenselixiere als Soma, Ambrosia, Nektar, Manna, Zaubertrank usw. beschrieben. Seit der Antike heißen derartige „Wundermittel“ Panacea oder Panax, nach dem griechischen Wort für „allheilend“. Panax ginseng ist das berühmteste „Allheilmittel“ und Aphrodisiakum. Seine Wurzel kräftigt den Körper und stärkt die Lebensgeister. In Korea nennt man ihn „Wurzel des Lebens“.

Ginseng, dessen chinesischer Name „Kraft der Erde in Form eines Menschen“ bedeutet, stammt ursprünglich aus den schattigen Gebirgswäldern der Mandschurei. Seine verzweigte Pfahlwurzel weist oft menschenähnliche Formen auf. Aus ihr wächst ein gerader, 60 cm langer Stängel mit langgestielten, fünffingrigen Blättern. Die unscheinbare, grünlich-weiße Blütendolde bildet im Herbst glänzend rote Steinfrüchte. Die Wurzel kann 50 cm lang und bis zu hundert Jahre alt werden.

In Europa kennt man die Ginsengwurzel erst seit dem 17. Jahrhundert. Wegen ihres exorbitant hohen Preises konnte sie sich allerdings auch kaum jemand leisten. Vor allem beim „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. stand sie jedoch in sehr hohem Ansehen, da sie „die Lebensgeister gewaltig vermehret“.

Anwendung und Wirkung

Im ältesten chinesischen Kräuterbuch, etwa 2500 v. Chr., heißt es: Ginseng stärkt die fünf vollen Organe (Herz, Milz, Lunge, Niere, Leber), beruhigt die Lebensgeister, harmonisiert die Seele, beseitigt Ängste, vertreibt die bösen Kräfte, lässt die Augen erstrahlen, öffnet das Gemüt, klärt unsere Gedanken und, so er lange Zeit genommen wird, kräftigt er den Körper und verlängert so das Leben.

Ginseng macht zwar nicht unsterblich, aber er optimiert den Stoffwechsel, stärkt die Organe, verbessert Blut und Blutfluss, Konzentration, Denkvermögen, Reaktionsfähigkeit, Leistung, Ausdauer, Regeneration, Widerstandskraft, vermindert Stress und Nervosität, wirkt hormonell ausgleichend, verbessert die Spermienqualität und das Brustwachstum.

Er wird angewendet zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühlen, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Antriebslosigkeit, Überforderung sowie zur Vorbeugung von Alterungserscheinungen und Zivilisationserkrankungen.

Nach der chinesischen Heilkunde hat Ginseng die Kraft das im Menschen fließende Qi (Lebensenergie) aufzufüllen. Mit Yin wird das Passive, das Weibliche, das Ruhige, das Kalte, das Dunkle und die Erde assoziiert; mit Yang das Aktive, das Männliche, das Dynamische, das Warme, das Helle und der Himmel. Das gesamte Universum ist der Ausdruck eines ständigen Wechselspieles zwischen den beiden sich gegenseitig bedingenden kosmischen Kräften und polaren Gegensätzen einer Einheit: Yin und Yang, oder „Himmel und Erde”. Das Universum ist nur solange intakt, wie diese beiden ewigen Kontrahenten in ausgleichender Harmonie verbunden sind. Auch ein Mensch bleibt nur gesund, solange sein Yin und Yang im Gleichgewicht ist.

Ginseng ist zwar wärmend und kräftigt das Yang, doch besitzt er auch einen geringen Yin-Anteil. Damit hat er das Potenzial, sowohl Yin als auch Yang aufzufüllen und man kann ihn durch kluge Kombinationen in die eine oder andere Richtung lenken.

Tipp:

Manche Menschen spüren, dass ihnen der gleichzeitige Genuss von Kaffee und Ginseng nicht so gut bekommt und auch im alten China mied man die Einnahme von Ginseng zusammen mit koffeinhaltigen Getränken: Dort heißt es, dass Koffein dem Ginseng seine Energie nimmt. Wenn möglich, trinken Sie Ihren Morgenkaffee oder Schwarztee besser eine halbe Stunde vorher oder nachher.

Der Ginseng – ein Adaptogen

Das in Asien seit vielen Jahrtausenden beliebte Heilmittel stieß in der westlichen Medizin lange auf große Vorbehalte, da aufgrund seiner regulativen Wirkung oftmals völlig gegensätzliche Eigenschaften nachgewiesen wurden. Inzwischen weiß man z.B. von den beiden am besten untersuchten Ginsenosiden, Rg1 und Rb1, dass sie Gegenspieler sind, die sich ebenfalls wie Yin und Yang komplementär ergänzen: Rg1 erhöht den Blutdruck, stimuliert und fördert das Leistungs- und Reaktionsvermögen; Rb1 senkt den Blutdruck, besänftigt und hilft abzuschalten. Wesentlich ist jedoch, dass die Regulation stets im Sinne einer Normalisierung verläuft. Die komplexe Wirkung des Ginsengs auf den menschlichen Körper ergibt sich letztlich aus einer optimal aufeinander abgestimmten Zusammensetzung unzähliger Inhaltsstoffe in der Wurzel. Und wie so oft gilt auch hier: Das Gesamte ist viel mehr, als die Summe seiner einzelnen Teile.

Seine Wirkung richtet sich dabei nicht gegen bestimmte Krankheiten, sondern ist eher unspezifisch. Ginseng zeichnet sich durch eine adaptogene Wirkung aus, durch die ein Ungleichgewicht in beide Richtungen ausgeglichen werden kann. Er verbessert die Anpassungsfähigkeit und stärkt dadurch die Widerstandskraft gegen belastende Einflüsse, egal ob physikalischer, chemischer, biologischer (Strahlen, Umweltgifte, Krankheitserreger) oder psychischer Art.

Der gesunde und ausgeglichene Mensch spürt daher keine akute Wirkung; bei einsetzenden Störungen ist er jedoch in der Lage, diese viel besser und schneller zu bewältigen.

Anbau und Herkunft

Da Ginseng seit Jahrtausenden sehr begehrt ist, sind seine Wildbestände nahezu vollständig ausgerottet. Seit etwa 1700 Jahren wird Ginseng in Kultur gezogen, sein Anbau ist jedoch schwierig und extrem aufwändig, zudem büßt er dabei an Qualität ein. Ginseng ist ein Starkzehrer, der erst nach vielen Jahren wieder an dieselbe Stelle gepflanzt werden kann. Geerntet wird meist nach 6 Jahren mit einer Wurzellänge von 8-20 cm.

Die weißfleischige, leicht verderbliche Wurzel wird zur besseren Haltbarkeit oft vor dem Trocknen geschält, wodurch leider besonders wertvolle Stoffe verloren gehen. Mit Wasserdampf sterilisiert wird sie rötlich und auch etwas „feuriger“. Getrocknet ist sie steinhart und sehr lange haltbar.

Auch in Deutschland wird seit 40 Jahren koreanischer Ginseng in hochwertiger Arzneiqualität angebaut. Da dieser ungeschält verarbeitet werden kann, bleiben alle Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten.

Ginseng benötigt zur vollen Entfaltung seiner Kraft ein paar Wochen Zeit, dafür hält seine Wirkung lange über den Einnahmezeitraum hinaus an. Eine vorbeugende Einnahme von Ginseng kann also einen wertvollen Beitrag zur langfristigen Gesundheitsvorsorge leisten.

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Die Klösterl-Apotheke verarbeitet eine Vielzahl hochqualitativer Pflanzenrohstoffe, an die wir hohe Anforderungen bezüglich Reinheit, Gehalt an wirkbestimmenden Inhaltsstoffen und Qualität stellen. Aus diesen Rohstoffen stellen wir die unterschiedlichsten Rezepturen her, u.a. in Form von Kapseln, Lösungen, Teemischungen und Salben. Daneben verfügen wir über ein großes Sortiment an qualitativ hochwertigen pflanzlichen Fertigpräparaten.

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Hinweis

Dieses Lexikon enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.
Es kann ärztlichen Rat nicht ersetzen.