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Basische Ernährung – Trend oder sinnvoll?

Die basische Ernährung und das sogenannte Basenfasten erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. In Ratgebern, Gesundheitsportalen und Praxen wird häufig davon gesprochen, den Körper „zu entsäuern“ und so Wohlbefinden, Stoffwechsel und Vitalität zu verbessern. Doch was steckt wirklich dahinter? Handelt es sich um einen kurzlebigen Trend oder gibt es auch medizinisch nachvollziehbare Aspekte?

 

 

 

Ein ausgewogener Stapel frischer Gemüse- und Obstsorten, ideal für eine basische Ernährung, darunter Tomaten, Brokkoli, Karotten, Gurken, Zucchini, Salat, Auberginen, Orangen und Petersilie - alles auf einem schlichten weißen Hintergrund.

Was bedeutet „basisch“ überhaupt?

Der Begriff „basisch“ bezieht sich auf den pH-Wert, der angibt, ob eine Substanz sauer, neutral oder basisch (alkalisch) ist. Ein pH-Wert unter 7 gilt als sauer, ein Wert über 7 als basisch. Der menschliche Körper reguliert seinen pH-Wert sehr genau: Das Blut liegt konstant bei etwa pH 7,35–7,45, da schon geringe Abweichungen lebensbedrohlich wären.

Wichtig ist dabei eine zentrale Unterscheidung: Basische Ernährung meint nicht, dass Lebensmittel den pH-Wert des Blutes verändern. Vielmehr geht es um die Stoffwechselwirkung von Nahrungsmitteln im Körper. Manche Lebensmittel hinterlassen nach ihrer Verstoffwechselung sogenannte saure oder basische Stoffwechselrückstände.

Säure-Basen-Haushalt

Bei Stoffwechselprozessen, etwa bei der Verdauung oder bei körperlicher Aktivität, entstehen laufend Säuren. Damit diese den Organismus nicht belasten, verfügt der Körper über ausgeklügelte Regulationsmechanismen. Vor allem Lunge, Nieren, Leber und Bindegewebe verfügen über effektive Puffersysteme, um überschüssige Säuren zu neutralisiert oder auszuscheiden. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann sich das Wohlbefinden beeinträchtigen.
Problematisch wird es, wenn über längere Zeit mehr Säuren im Körper entstehen, als ausgeschieden werden können. In der Naturheilkunde spricht man dann von einer „latenten Übersäuerung“ des Gewebes: Es wird angenommen, dass überschüssige Säuren im Bindegewebe zwischengelagert werden, um die Organe zu schützen. Dieser Zustand wird mit Beschwerden wie Müdigkeit, Muskel- oder Gelenkschmerzen, verminderter Leistungsfähigkeit oder einer erhöhten Entzündungsneigung in Verbindung gebracht. Ein stabiler Säure-Basen-Haushalt unterstützt daher wichtige Körperfunktionen und trägt dazu bei, dass Stoffwechsel und Organe reibungslos zusammenarbeiten.

Ist Übersäuerung medizinisch anerkannt?

Eine „klinische Azidose“ (echte Übersäuerung des Blutes) ist ein ernst zu nehmender medizinischer Zustand, der intensivmedizinisch behandelt werden muss. Davon klar zu unterscheiden ist die im naturheilkundlichen Kontext beschriebene Stoffwechselbelastung durch säurebildende Ernährung.

Während die Schulmedizin den Begriff „Übersäuerung“ kritisch betrachtet, ist unbestritten, dass eine sehr eiweiß- und zuckerreiche Ernährung, wenig Gemüse und Obst sowie Stress, Bewegungsmangel und Alkohol den Stoffwechsel belasten und Entzündungsprozesse fördern können. Genau hier setzt die basische Ernährung an.

Eine Liste von basenbildenden Lebensmitteln für eine Basische Ernährung (Gemüse, Kräuter, Obst, Kartoffeln, Nüsse, gesunde Öle) und säurebildenden Lebensmitteln (Fleisch, Käse, Eier, Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee), jeweils mit Beispielen - sinnvoll und übersichtlich dargestellt.

Was ist basische Ernährung?

Die basische Ernährung ist überwiegend pflanzenbasiert, mineralstoffreich und entzündungsarm. Ziel ist es, den Körper mit basenbildenden Lebensmitteln zu versorgen und säurebildende Nahrungsmittel zu reduzieren – nicht zwangsläufig vollständig zu meiden.

Als ausgewogen gilt häufig das „80/20-Prinzip“:

  • 80 % basenbildende Lebensmittel
  • 20 % säurebildende Lebensmittel

Eine basenreiche Ernährung kann besonders sinnvoll sein, wenn die Ernährung einseitig oder stark verarbeitet ist, chronischer Stress besteht, die Eiweißzufuhr hoch ist, eine Neigung zu Entzündungen besteht, Erschöpfungszustände auftreten oder sie als Einstieg in eine langfristig gesündere Ernährung dienen soll.

 

Basische Ernährung bei chronischen und psychischen Erkrankungen

Auch bei manchen chronischen Erkrankungen wird eine basenreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung diskutiert. Bei Gicht kann eine solche Kost hilfreich sein, weil sie meist wenig Purine enthält – jene Stoffe, aus denen im Körper Harnsäure entsteht. Dadurch kann der Harnsäurespiegel günstig beeinflusst werden. Zudem unterstützt eine pflanzenbetonte Ernährung die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren. Im Zusammenhang mit der Knochengesundheit wird ebenfalls über die Rolle der Ernährung gesprochen. Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Calcium, die vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, sind wichtig für den Erhalt stabiler Knochen. Eine ausgewogene, mineralstoffreiche Ernährung kann dazu beitragen, die Knochen langfristig zu unterstützen.

Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass eine pflanzenreiche, entzündungsarme Ernährung auch bei psychischen Erkrankungen wie depressiven Verstimmungen oder stressbedingten Erschöpfungszuständen unterstützend wirken kann. Dabei geht es weniger um den Säure-Basen-Haushalt selbst, sondern vielmehr um die verbesserte Mikronährstoffversorgung, eine stabilere Blutzuckerregulation, eine Reduktion systemischer Entzündungen sowie positive Effekte auf das Darmmikrobiom.
Auch hier ist die klare Abgrenzung wichtig: Eine basische Ernährung stellt keine Therapie dar, kann jedoch im Rahmen eines ganzheitlichen, ärztlich begleiteten Behandlungskonzepts unterstützend zur Stabilisierung des Stoffwechsels und des allgemeinen Wohlbefindens beitragen.

Was ist dann Basenfasten?

Beim Basenfasten handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Form der Ernährung (meist 7–14 Tage), bei dem ausschließlich basenbildenden Lebensmittel (siehe Kasten) verzehrt werden.

Auf säurebildende Nahrungsmittel wird in dieser Zeit ganz verzichtet (siehe Kasten).

Viele Menschen berichten während des Basenfastens über mehr Energie, bessere Verdauung, weniger Völlegefühl, verbesserte Haut und einen bewussteren Umgang mit ihrer Ernährung.

Wissenschaftlich lassen sich diese Effekte vor allem durch die hohe Nährstoffdichte, die Entlastung des Verdauungssystems und den Wegfall stark verarbeiteter Lebensmittel erklären.

Kein Trend

Die basische Ernährung ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein ernährungsphysiologisch sinnvoller Ansatz, der viele Empfehlungen moderner Präventionsmediziner und dem Gedanken des Longevity widerspiegelt: mehr Gemüse, mehr Pflanzenvielfalt, weniger hochverarbeitete Lebensmittel. Auch wenn der Körper seinen pH-Wert streng reguliert, kann eine basenreiche Ernährung den Stoffwechsel entlasten und das Wohlbefinden fördern.

Entscheidend ist dabei nicht Dogmatismus, sondern Balance, Qualität und Individualität. Richtig umgesetzt, kann die basische Ernährung ein wertvoller Baustein für langfristige Gesundheit, Vitalität und ein bewusstes Körpergefühl sein.

Eine Frau entspannt sich mit einem Getränk auf einem Liegestuhl, während eine andere im Bademantel in einer Yogaposition balanciert - und damit zeigt, wie der Trend der Basischen Ernährung das Basenfasten sinnvoll für das Wohlbefinden macht, wie es der deutsche Text beschreibt.

Autorin

Iris Beck

Redakteurin Klösterl-Journal, Heilpraktikerin für Psychotherapie