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Gerste

Drei grüne Gerstenhalme mit langen, dünnen Grannen und schmalen Blättern, isoliert auf weißem Hintergrund.

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name:

Hordeum vulgare

Weitere Namen:

Wern

Inhaltsstoffe

Aminosäuren, Enzyme, Polysaccharide darunter Betaglucane und andere Ballaststoffe, Pflanzensäuren wie Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

 

 

Wirkung

antidiabetisch, lipidsenkend, abführend, präbiotisch, antiadipös, antioxidativ, entzündungshemmend, entgiftend, vitalisierend

Anwendung innerlich

Darmträgheit, Verstopfung, trockener Stuhl, Verdauungsstörungen, erhöhte Blutfettwerte, Prädiabetes, Müdigkeit, Erschöpfung, Haarausfall, brüchige Nägel

Nebenwirkungen

Unverträglichkeit mit allergischer Reaktion, Blähungen oder Durchfall

Kontraindikationen

bekannte Unverträglichkeit Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schwangerschaft und Stillzeit

Wechselwirkungen

Holen Sie sich vor einer Kombination mit anderen Medikamenten oder Arzneipflanzen ärztlichen Rat oder erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke.

Naturphilosophische Prinzipien/Kräfte/Signaturenlehre

TCM: eliminiert Wind-Hitze, toxische Hitze, Schleim-Hitze, Blut-Hitze, kühlt Magen-Feuer, bewegt Blut

Unter einem strahlend blauen Himmel erstreckt sich ein üppig grünes Getreidefeld bis zum Horizont, während die Sonne untergeht und ein goldenes Licht wirft. Traktorspuren ziehen sich durch das Feld, und in der Ferne sind Hügel unter vereinzelten Wolken zu erkennen.
Sunset over fields of lush green barley growing near Wadebridge in Cornwall

Vorstellung und Geschichte

Die Gerste ist eine der ältesten Getreidearten. Die zu den Süßgräsern gehörende Pflanze wurde schon vor etwa 15.000 Jahren auf der arabischen Halbinsel angebaut und wird seit etwa 8.000 Jahren auch in Mitteleuropa kultiviert. Nicht nur in Kulturen, sondern auch auf Wildwiesen ist sie häufig anzutreffen. Die Bezeichnung „Gerste“ hat vermutlich ihren Ursprung im Althochdeutschen „gersta“ bzw. im Germanischen „gerstu“. Diese haben indogermanische Wurzeln und bedeuten „starren“ oder „zittern“ und nehmen Bezug auf die Eigenschaften der Ähren der Gerste. Dies wird auch durch den lateinischen Namen „Hordeum“ beschrieben, der sich vom lateinischen Verb „horrēre“ ableitet, welches mit „starren“ übersetzt werden kann. Der Zusatz „vulgare“ bedeutet „gewöhnlich“.

 

Aussehen

Die Gerste bildet einen flexiblen, ährenförmigen Blüten- und Fruchtstand mit ungestielten Ährchen. Jedes Ährchen enthält eine Blüte hinter mehreren Deckblättern, den Hüllspelzen. Auf die Hüllspelze folgen von außen nach innen die Deckspelzen, von denen die typischen langen Grannen abzweigen. In den Achseln der Deckspelzen stehen die eigentlichen Blüten. Bei den in Reihen stehenden Ährchen unterscheidet man eine zweizeilige von einer mehrzeiligen Variante. Die zweizeilige Sommergerste hat ein Korn pro Ansatzstelle, wohingegen die mehrzeilige, im Herbst ausgesäte Wintergerste drei bildet.

 

Anwendung und Wirkung

Medizinisch werden die Laubblätter der Gerste, das Gerstengras, eingesetzt. Diese werden gefriergetrocknet und pulverisiert. Die Blätter sind nicht nur reich an Ballaststoffen, Aminosäuren und Polysacchariden, sie enthalten auch zahlreiche Pflanzensäuren, Flavonoide, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Ballaststoffe im Gerstengras können unter anderem den Stuhlgang regulieren. Sie wirken präbiotisch und können daher einen günstigen Einfluss auf das gesunde Mikrobiom im Darm haben. Gleichzeitig erhöhen sie das Füllvolumen im Darm, was stimulierend auf die Muskulatur in der Darmwand wirken kann. So kann Gerstengras nicht nur bei Verdauungsstörungen, sondern auch bei trockenem Stuhl und Darmträgheit zu Linderung der Beschwerden beitragen.

Zudem kann die regelmäßige Anwendung von Gerste sowohl den Blutzucker als auch die Blutfettwerte senken, indem ihre Ballaststoffe Zucker und Fette aus der Nahrung binden. So gelangen sie langsamer und in geringerem Umfang ins Blut. Steigt der Blutzucker unter dem Einfluss von Gerstengras nach der Nahrungsaufnahme langsamer an, können vor allem Patient:innen mit Prädiabetes davon profitieren.

Die Blutfettwerte sinken dank Gerstengras noch über einen weiteren Mechanismus. Betaglucane, die einen Teil der Ballaststoffe im Gerstengras stellen, binden nicht nur die Nahrungsfette, sondern auch Gallensäuren im Darm. Die Leber muss daraufhin neue Gallensäuren bilden und greift dazu auf das im Blut vorhandene Cholesterin zurück. Dies ist vor allem für Patient:innen von Interesse, deren Blutfettwerte leicht erhöht sind. Allerdings sollten sie Gerstengras nicht zeitgleich mit Omega-3-Fettsäuren einnehmen, da deren Aufnahme sonst ebenso beeinträchtigt wird.

 


Hinweis

Dieses Lexikon enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.
Es kann ärztlichen Rat nicht ersetzen.