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Löwenzahn
Steckbrief
Wissenschaftlicher Name:
Taraxacum officinale
Weitere Namen:
Butter-, Hunde-, Kuh-, Pusteblume, Eierpusch
Pharmazeutische Verwendung:
Kraut, Wurzel
Familie:
Korbblütler (Asteraceae)
Heimat:
Zentralasien, Nordhalbkugel
Inhaltsstoffe
Sesquiterpenlactone, Triterpene, Sterole, Carotinoide, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Phenylpropanoide, Cumarine, Polysaccharide und Mineralstoffe
Wirkung
verdauungsfördernd, lipidsenkend, blutzuckersenkend, Gallenfluss anregend, abführend, krampflösend, entwässernd, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, antimikrobiell
Anwendung
Innerlich
Appetitlosigkeit, Heißhunger, Völlegefühl, Krämpfe im Gastrointestinaltrakt, Fettunverträglichkeit, Gallenflussstörungen, leichte Verstopfung, Ödeme, Harnwegsinfektionen, leichter Bluthochdruck, Lymphstau, Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte, Ekzeme, Rötung der Augen, Kopfschmerzen, Tinnitus, prämenstruelles Syndrom, Arthrose, Rheuma, Gicht; zur Blutreinigung und Entgiftung
Nebenwirkungen
Kontaktdermatitis bei Kontakt mit dem Milchsaft der Frischpflanze, allergische Reaktionen, Übersäuerung des Magens
Gegenanzeigen
Kinder und Jugendliche bis 12 Jahre, Schwangerschaft und Stillzeit, bekannte Überempfindlichkeit, gastrointestinale Ulzera, Erkrankungen der Gallengänge und Gallenblase, Gallensteine, Einschränkung der Nierenfunktion, Hyperkaliämie
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Holen Sie sich vor einer Kombination mit anderen Medikamenten oder Arzneipflanzen ärztlichen Rat oder erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke.
Naturphilosophische Prinzipien/Kräfte/Signaturenlehre
TCM: eliminiert Magen- und Leber-Feuer, toxische Hitze und Nässe, kühlt das Blut, leitet Wind-Hitze-Nässe aus, bewegt Qi
Vorstellung und Geschichte
Wenn der Löwenzahn im Frühjahr zu blühen beginnt, ist der Winter vorbei. Der robuste Frühblüher gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist mit seiner kräftigen Pfahlwurzel tief im Boden verankert. So bringt er manch einen Hobbygärtner zur Verzweiflung, denn er ist da, wo er sich einmal angesiedelt hat, kaum zu beseitigen. In der Kunst symbolisierte der Löwenzahn jedoch nicht nur Lebenskraft, sondern auch Vergänglichkeit. Künstler setzten ihn daher einst in ihren Gemälden in die Nähe von Christus, Maria und Veronika.
Das Kraut ist gut an seinen länglichen, tief eingeschnittenen Laubblättern zu erkennen, die eine grundständige Rosette bilden. Diese Blattränder erinnerten die Menschen einst wohl an die Zähne des Raubtiers, dem der „Löwenzahn“ seinen Namen verdankt. Aus der Mitte der Blattrosette ragt ein hohler Blütenstängel mit einem Blütenstand aus konzentrisch angeordneten gelben Zungenblüten. Sowohl die Blätter als auch der Blütenstängel führen einen bitter schmeckenden Milchsaft, der nicht nur hartnäckige Flecken verursachen kann, sondern auch allergische Reaktionen.
Die Blüte des Löwenzahns schließt sich bei Regen ebenso wie in der Dunkelheit, an hellen Tagen folgt sie dagegen dem Lauf der Sonne. Im Innern ihrer Hüllblätter bilden sich nach der Blüte Früchte mit haarigen Flugschirmen, dem sogenannten Pappus. Präsentieren die Hüllblätter schließlich die daraus zusammengesetzte „Pusteblume“, können Menschen ebenso wie der Wind die Samen in die Umgebung verbreiten. Einst nutzte man die Pusteblume auch als Orakel. Wenn Mädchen die Samen weggeblasen hatten, hofften sie, an der Anzahl der verbliebenen Samen ablesen zu können, wie viele Jahre sie noch auf ihre Hochzeit warten müssen.
Anwendung und Wirkung
Medizinisch werden das Kraut und die Wurzel vom Löwenzahn seit der Antike genutzt. Daran erinnert die botanische Bezeichnung „Taraxacum“, für deren Ursprung es mehrere Erklärungen gibt. Das griechische Wort „Taraxis“ bedeutet Entzündung, während das Arabische „akeomai“ mit „ich heile“ übersetzt werden kann. In der arabischen Sprache gibt es mit „tarak“ (lassen) und „sahha“ (pissen) sogar zwei Worte, die sich auf die entwässernde Wirkung des Löwenzahns beziehen. Der Zusatz „officinale“ zeichnet den Löwenzahn als alte, in Apotheken gebräuchliche Heilpflanze aus.
Löwenzahn wirkt verdauungsfördernd, regt den Fluss der Galle an, löst Krämpfe und führt leicht ab. Aufgrund seines bitteren Geschmacks reguliert er den Appetit bei Appetitlosigkeit ebenso wie bei Heißhunger. Weiterhin kann er bei Völlegefühl, Krämpfen im Magen-Darm-Trakt, Fettunverträglichkeit oder leichter Verstopfung eingesetzt werden. Gleichzeitig wirkt er entwässernd und unterstützt das Durchspülen der Harnwege bei Harnwegsinfektionen. Dabei kann er den Blutdruck leicht senken und Wasseransammlungen wie Ödeme oder einen Lymphstau beseitigen. Da er mit Leber, Nieren und Darm drei Entgiftungsorgane in ihrer Funktion unterstützt, wird er gerne im Rahmen einer Frühjahrskur eingesetzt. Ferner hat er sich als Blutreinigungstee bei Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte oder juckenden Ekzemen bewährt. Traditionell wird er zudem bei Rötungen der Augen, bei Kopfschmerzen, Tinnitus oder prämenstruellem Syndrom eingesetzt, weil er Stauungen lösen kann. Weiterhin kann er zur Linderung von Beschwerden im Bewegungsapparat wie Arthrose, Rheuma und Gicht beitragen.
Löwenzahn ist im Frühjahr zudem ein beliebtes Nahrungsmittel. Die jungen Blätter können einen Salat oder einen Smoothie geschmacklich bereichern, die Blüten kann man zu einem Gelee verarbeiten.