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Lithium

Lithium

Steckbrief

Chemisches Zeichen:

Li

Nährstoffkategorie:

(potentiell essentielles) Spurenelement

Tagesbedarf laut DGE:

Da Lithium bisher nicht als essentielles Spurenelement eingestuft wird und der Tagesbedarf bislang nicht genau bekannt ist, gibt es keinen Referenzwert.

Funktionen im Körper:

Lithium fördert das Wachstum und die Gesunderhaltung von Nervenzellen und Gehirn.

Anwendungsgebiete:

Lithium wird als leitliniengerechte Therapie in der Psychiatrie bei Störungen wie bipolaren affektiven Störungen, Manie und Depression sowie als Therapieoption bei Cluster-Kopfschmerz eingesetzt.

Neu diskutiert wird in Fachkreisen die Anwendung bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz, Parkinson und Multipler Sklerose.

Physiologische Bedeutung

Lithium gilt bisher als nicht lebensnotwendiges Spurenelement. Es kommt jedoch im Körper vor und hat einige wichtige Funktionen, insbesondere für die Gesundheit von Nerven und Gehirn.

Der Wirkmechanismus von Lithium im Körper ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Durch den Einsatz in der Psychiatrie gibt es jedoch einen großen klinischen Erfahrungsschatz und Hinweise auf zahlreiche mögliche Wirkmechanismen.

Neuronale Wirkungen, Zellkommunikation und Nervengesundheit

Lithium stimuliert viele Eiweißstoffe, die das Wachstum und die Differenzierung von Nervenzellen regulieren. Unter anderem unterstützt das Spurenelement auch die Widerstandskraft der Neuronen vor schädlichen Folgen von Stress und Schmerz.

Des Weiteren ist Lithium an der intrazellulären Signalübertragung beteiligt. Auch am körpereigenen Abfallentsorgungssystem, wie z.B. an der Beseitigung defekter Zellen und der Hemmung schädlicher Proteinablagerungen im Gehirn wirkt Lithium mit. Dadurch fördert es Verjüngungsprozesse von Zellen und Geweben sowie die Neubildung von Mitochondrien, welche für die Energiegewinnung wichtig sind. Das Spurenelement trägt somit zum Erhalt von gesundem Gewebe und funktionalen Nervenzellen bei.

Ausgewogenheit der Neurotransmitter

Über vielfältige zelluläre Mechanismen hat Lithium regulierende Wirkungen auf den Stoffwechsel der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Das Spurenelement unterstützt dabei ein ausgewogenes Verhältnis der verschiedenen Neurotransmitter, die maßgeblich Stimmung, Emotionen, Verhalten, Appetit und Gedächtnis steuern und es optimiert ihre Konzentration im Körper.

Um diese Balance der Neurotransmitter aufrecht zu erhalten, moduliert Lithium auch die Aktivität von Monoaminoxidase (MAO), einem Enzym, das am Abbau bestimmter Neurotransmitter beteiligt ist.

Antientzündliche Wirkung

Das Spurenelement Lithium hemmt die entzündungsfördernde Signalkaskade und dämpft überschießende Entzündungsreaktionen in Gehirn und Rückenmark. Gleichzeitig kurbelt Lithium die Synthese von Glutathion an, einem wichtigen Antioxidans. Dadurch wird die gesamte antioxidative Kapazität gestärkt und das Nervensystem vor möglichen oxidativen Schädigungen geschützt.

 

Wichtige Stoffwechselfunktionen im Körper

Lithium unterstützt den Transport von Vitamin B12 und Folsäure in die Zellen. Beide Nährstoffe sind für die Gesunderhaltung der Nervenzellen und ihre Signalübertragung untereinander wichtig.

Aufgrund der genannten Wirkungen auf psychische Prozesse kann man Lithium in die Gruppe der psychoaktiven Substanzen einordnen. Es kann zur Verbesserung und Stabilisierung des seelischen Gleichgewichts und der geistigen Leistungsfähigkeit beitragen.

Ernährung

Das vielfältige Wirkspektrum von Lithium zeigt, dass es als Spurenelement in einer gesunden Ernährung nicht fehlen darf. In geringen Mengen zwischen 0,5 bis 3,4 mg/kg ist Lithium in Lebensmitteln wie Eiern, Butter, Fleisch, Vollwertgetreide und Gemüse wie Zwiebeln, Knoblauch, Zuckerrüben und Kartoffeln enthalten. Als Bestandteil des Grundwassers, findet sich Lithium auch in begrenztem Maß im Trinkwasser.

In Deutschland nimmt ein Erwachsener täglich zwischen 0,65 und 3,1 mg Lithium über die Nahrung auf. Dabei ist die individuelle Aufnahmemenge entscheidend von der Ernährung und dem Lithiumgehalt des Grund- bzw. Trinkwassers abhängig.

Da es keine tägliche Zufuhrempfehlung gibt, ist eine Unter- oder Überversorgung schwer zu beurteilen. Im Allgemeinen können die Lithiummengen, die man über die Ernährung zu sich nimmt, nicht zu einer Überdosierung führen. Manche Experten sehen eher einen Zusammenhang zwischen einer Unterversorgung und einem höheren Aggressionspotential.

Eine weitere Lithiumquelle sind Heilwässer, die z.T. einen hohen Lithiumgehalt aufweisen. Das Trinken großer Mengen dieser Heilwässer ist jedoch nicht zu empfehlen, da einige gleichzeitig auch hohe Konzentrationen an Mineralstoffen wie Natrium, Kalium, Uran oder anderer Bestandteile wie Glaubersalz enthalten. Dadurch kann es zu Verschiebungen des fein ausbalancierten Mineralienhaushalts kommen.

Erhöhter physiologischer Bedarf

Da die Lithiumversorgung je nach Ernährung und Trinkwassergehalt sehr unterschiedlich sein kann, orientiert sich ein erhöhter physiologischer Bedarf an individuellen Symptomen.

Aus den bisher bekannten Lithiumwirkungen lassen sich Hinweise auf positive Effekte einer Lithiumsubstitution bei Funktionsstörungen von Nerven- und Gehirn ableiten.

Derzeit wird in Fachkreisen intensiv diskutiert, ob niedrige Lithiumgaben (low-dose: 0,5 bis 5 mg) möglicherweise positive prophylaktische Wirkungen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz, Parkinson und Multiple Sklerose haben.

Als anerkannte Therapie gilt die Gabe von Lithium bei affektiven Störungen. Aufgrund seiner stimmungsstabilisierenden, antimanischen und suizidprophylaktischen Eigenschaften wird Lithium bei bipolarer affektiver Störung, Manie und schweren Depressionen eingesetzt. Für diese Indikationen werden Dosierungen von 80 mg und mehr unter engmaschiger Kontrolle des Lithiumspiegels angewendet. In Deutschland stehen dafür 2 verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel mit Lithiumcarbonat zur Verfügung.

Substitution

In niedriger Dosierung können Lithium-Kapseln als Rezeptur hergestellt werden. Aufgrund der besseren Bioverfügbarkeit wird dafür das an die organische Orotsäure gebundene Lithium in Form von Lithium-Orotat verwendet.

Hinweis

Bei einer längeren Lithiumsubstitution sollte nach 6 Monaten der Lithiumspiegel kontrolliert werden. Diese hochsensitive Analyse kann z.B. vom Labor IMD Berlin durchgeführt werden.

Auch die Nieren- und Schilddrüsenwerte sollten überwacht werden. Die gleichzeitige Einnahme essentieller Fettsäuren kann eventuelle unerwünschte Wirkungen von Lithium aufheben oder reduzieren.

Ausblick

Die Lithiumforschung ist sicher noch lange nicht abgeschlossen, und es ist anzunehmen, dass in den nächsten Jahren weitere Funktionen und therapeutische Anwendungsmöglichkeiten hinzukommen werden. Vor allem die regenerativen Wirkungen könnten hoffnungsvolle Therapieoptionen bei neurodegenerativen Prozessen wie Demenz, Parkinson und Multipler Sklerose eröffnen.

Beispiele aus dem Labor der Klösterl-Apotheke

Lithium-1-Orotat, 60 Stück, verschreibungspflichtig

Lithium-5-Orotat, 60 Stück, verschreibungspflichtig

Lithium-20-Orotat, 60 Stück, verschreibungspflichtig

 

Bitte beachten Sie die korrekte Angabe zum Lithium-Gehalt auf dem Rezept:

  • Bei dem Wortlaut „Lithium 1 mg als Lithiumorotat“ bezieht sich die mg-Angabe auf den reinen Lithiumgehalt von 1 mg
  • Bei „Lithiumorotat 1 mg“ bezieht sich die mg-Angabe auf das Salz und entspricht einem Lithiumgehalt von 0,039 mg.

Die Umrechnung lautet: Lithium 1 mg entspricht 25,97 mg Lithiumorotat

 

Die Klösterl-Apotheke verarbeitet eine Vielzahl hochqualitativer Mikronährstoffe zu Reinstoffrezepturen. Gerne beraten wir Sie persönlich zu unserem großen Sortiment!


Hinweis

Dieses Lexikon enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.
Es kann ärztlichen Rat nicht ersetzen.